Tolle Leistung der TSVF-Staffel beim Jubiläums-Triathlon in Roth

Am 5. Juli 2026 gingen Sabine Heinrich, Sascha Wolkersdorfer und Francisco „Paco“ Rubio Barraza für den TSV Frickenhausen bei einem ganz besonderen Rennen an den Start: der historischen 40. Austragung der legendären DATEV Challenge Roth.

Vor einer neuen Rekordkulisse und inmitten eines riesigen Teilnehmerfeldes mit mehr als 5.500 aktiven Sportlerinnen und Sportlern bewahrte das Trio trotz der hohen Temperaturen einen kühlen Kopf. Den Auftakt übernahm Sabine im Main-Donau-Kanal. Bei einer Wassertemperatur von 25,0 Grad galt striktes Neoprenverbot – für die ehemalige Profi-Triathletin jedoch kein Grund, es ruhiger angehen zu lassen.

Um 9.20 Uhr startete sie gemeinsam mit 250 weiteren Staffelschwimmerinnen und -schwimmern in der ersten Welle auf die 3,8 Kilometer lange Strecke. Mit kraftvollen und routinierten Zügen arbeitete sie sich durch den Kanal und erreichte nach starken 1:08:36 Stunden die erste Wechselzone.

Für Sabine war es längst nicht die erste Begegnung mit der Challenge Roth. Bereits achtmal hatte sie das Rennen zuvor als Einzelstarterin über die komplette Distanz bestritten. Diese Erfahrung zahlte sich auch diesmal aus: Als 50. Schwimmerin aller Staffeln verließ sie das Wasser und lief an der großen Mehrheit der noch wartenden Staffelradfahrer vorbei. In der Wechselzone übergab sie den Zeitnahmechip an Sascha, der bereits neben seinem Rad auf seinen Einsatz wartete.

Um 10.30 Uhr begann für ihn der zweite Abschnitt des Rennens, das Radfahren über 180 Kilometer. Dabei saß er auf einem Zeitfahrrad, das er sich erst wenige Tage zuvor spontan von einem Vereinskollegen ausgeliehen hatte – an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Ralf!

Schon nach den ersten Kilometern zeigte sich, dass das kurzfristig organisierte Zusammenspiel von Mensch und Maschine hervorragend funktionierte. Von nun an galt nur noch eines: Kette rechts und Vollgas!

Sascha, der im Frankenland aufgewachsen ist, kannte die anspruchsvolle Strecke bestens. Bereits in den Jahren 2000 und 2014 hatte er in Roth als Einzelstarter die komplette Distanz bewältigt. Er wusste daher genau, was ihn auf den 180 Kilometern erwartete.

Wie auf einer solchen Strecke kaum zu vermeiden, erlebte auch Sascha einige Höhen und Tiefen. Doch er blieb fokussiert, kämpfte sich durch die schwierigen Phasen und fand immer wieder in seinen Rhythmus zurück. Am Ende zahlten sich Einsatz, Erfahrung und Entschlossenheit aus: Seine bisherige Radbestzeit verbesserte er um mehr als 20 Minuten.

Nach beeindruckenden 5:12 Stunden raste Sascha in die zweite Wechselzone. Überglücklich und voller Emotionen übergab er dort den Zeitnahmechip an Paco, der bereits hoch motiviert auf seinen Start wartete und kaum erwarten konnte, auf die Marathonstrecke zu gehen.

Nachdem Paco seine Teamkollegen bereits am Schwimmstart und später am Solarer Berg lautstark unterstützt hatte, begann um 15.43 Uhr auch für ihn der sportliche Ernst: Als Schlussläufer der Staffel machte er sich auf die Marathonstrecke.

Getragen von Begeisterung und einer gehörigen Portion Adrenalin bestand die erste Herausforderung darin, das Rennen nicht zu schnell anzugehen. Paco suchte seinen idealen Laufrhythmus – und kaum hatte er die erste Wende am Kanal passiert, setzte Regen ein. Die Strecke wurde nicht nur nass, durch den kräftigen Gegenwind kühlte es auch spürbar ab.

Umso wichtiger war die Unterstützung der Support-Crew des TSV Frickenhausen. Ihre Anfeuerungsrufe gaben Paco neue Energie, denn nun folgte einer der mental anspruchsvollsten Abschnitte des Marathons: kaum Zuschauer, wenig Abwechslung und über viele Kilometer hinweg immer dasselbe Bild.

Paco blieb konzentriert. Er hielt sich an das eingeübte Tempo, achtete konsequent auf seine Energie- und Flüssigkeitszufuhr und bewies dabei Ausdauer, Geduld und bemerkenswerte Konstanz. Nach Kilometer 25, auf dem Rückweg in Richtung Roth, änderte sich die Atmosphäre schlagartig: Der Geräuschpegel stieg – und sollte bis zum Ziel nicht mehr abfallen. Immer wieder tauchten auch seine Teamkollegen an der Strecke auf, feuerten ihn an und unterstützten ihn sogar mit zusätzlicher Verpflegung.

Beim Einlauf in die Stadt Roth rückte der Zielbogen bereits verlockend nahe. Am liebsten wäre Paco direkt hindurchgelaufen. Doch noch warteten rund zehn Kilometer und der berüchtigte „kurze Schlenker“ nach Büchenbach auf ihn.

Für diesen letzten Abschnitt hatte er sich noch einige Körner aufgespart. Mit neuer Energie nahm er den Weg nach Büchenbach in Angriff und ließ sich von der großartigen Stimmung im benachbarten Ort tragen.

Zurück in Roth wurde es für den dritten TSV-Athleten jedoch noch einmal richtig hart. Die Beine waren schwer, jeder Schritt schmerzte. Doch Paco wusste, dass seine beiden Teamkollegen kurz vor der Ziellinie auf ihn warteten. Dieser Gedanke hielt ihn in Bewegung – trotz aller Erschöpfung und trotz aller Schmerzen.

Dann war es geschafft: Gemeinsam liefen die drei Athleten ins Stadion ein, ließen sich von den zahlreichen Zuschauern feiern und überquerten als Team nach ausgezeichneten 10 Stunden und 12 Minuten die Ziellinie. Dort bekamen sie endlich das umgehängt, wofür sie an diesem langen Tag gemeinsam gekämpft hatten: ihre wohlverdienten Medaillen.

Bericht: Rudi Warttmann, Sabine Heinrich, Sascha Wolkersdorfer, Francisco „Paco“ Rubio Barraza, eingestellt: 03.08.2026 Michael Roth