Nachdem ich mich letztes Jahr in St. Pölten mit einem 5. Platz in meiner Altersklasse für „The Championship“ in Samorin qualifiziert hatte, hieß es dieses Jahr zum ersten Wettkampf „Auf in die Slowakei“. Die rund 700 km Anfahrt liefen problemlos, in Samorin wurde es dann etwas unbestimmt. Nirgends ein Hinweis auf den Wettkampf, das Navi fand nur Straßen, die es real nicht gab. Schließlich fanden wir dann doch den Schotterparkplatz, der für uns Camper vorgesehen war.
Nach dem Aufbauen stand das Erkunden des Geländes von X-Bionic Sphere an. Die Startunterlagen gab‘s im zur Anlage gehörenden Hotel, die Wechselzone liegt zwischen dem Freibad und den ersten von gefühlt hundert Pferdeställen, und der Rest, der zum Rennen gehört, drapiert sich irgendwie dazwischen.
Und auch hier fanden zumindest wir so gut wie keine Hinweisschilder. Das konnte ja spannend werden.
Am Samstag stand dann ein kurzer Radtest auf dem Plan, um zu sehen, wie das Scheibenrad bzw. der Radler mit dem Wind und den Böen zurechtkommt. Fazit: ist machbar! Wegen der vielen bereits laufenden Wettkämpfe (von Kids über Gehandicapte und Sprintdistanz) musste der Lauftest auf der Trabrennbahn ausfallen – wird morgen schon gehen. Dann noch kurz die Schwimmstrecke testen – bei 28 Grad Außentemperatur sind 16 Grad im Wasser ein ganz schöner Kälteschock.
Für den Rennsonntag hieß es erst mal ganz gemütlich in den Tag starten: Das Rennen wurde altersklassenweise gestartet, die Profis begannen um 8:30 Uhr, ich war mit der AK 60 – 79 erst um 10:05 Uhr dran. Somit aufstehen um 6:00 Uhr und erst mal frühstücken. Bei bereits 20 Grad ging das problemlos in T-Shirt und kurzer Hose. Anschließend nochmal zur Wechselzone, die von 7:00 bis 8:30 Uhr offen war, und den Luftdruck kontrollieren und die Verpflegung samt Tacho am Rad anbringen. Um 9:00 Uhr liefen wir die bereits am Vortag getestete 20-minütige Strecke zum Schwimmstart. Kurz warm machen, in den Neo zwängen und in die Donau hüpfen, um den Neo mit dem eiskalten Wasser zu fluten.
Und dann war es auch schon Zeit für die Startaufstellung. Pünktlich um 10:05 Uhr begann der Rolling-Start. Alle 5 sec. wurden 5 Athleten ins kalte Wasser geschickt. Mein Start war um 10:07:54 Uhr. Das Schwimmen im Kanal war relativ easy, zumindest was die Orientierung anbelangte. Die Temperatur war nach ein paar Minuten Eingewöhnung – sagen wir mal – erträglich. Zuerst ging es für 1,45 km kanalabwärts mit leichter Strömung, dann wieder 450 m zurück und schon war das Schwimmen nach 37:42 min geschafft.
Jetzt über den Sand den Damm hoch, und auf dem Weg zur Wechselzone schon mal den Neo von den Schultern und Armen reißen. Wechselbeutel vom Ständer nehmen, ins Zelt rennen und zum Radfahren umziehen. Den Wechselbeutel brauchte man am Ausgang des Zeltes nur einem der Helfer übergeben. Jetzt einmal halb um die Wechselzone bis zum richtigen Rad rennen, dieses vom Ständer nehmen und aus der Wechselzone schieben. Nun konnte der Radteil beginnen.
Mittlerweile zeigte das Thermometer 28 Grad und der Wind begann aufzufrischen. Die Strecke führte durch Samorin und dann ca. 30 km Richtung donauabwärts, einmal über die Donau und dann knapp 15 km auf der anderen Donauseite wieder Richtung Samorin. Ein U-Turn und das Ganze wieder zurück. Die Radstrecke war relativ langweilig, sehr flach, kaum Zuschauer, dafür aber ziemlich windig und warm. Gefühlt hatte ich die letzten 30 km vorwiegend Gegenwind, maximal Seitenwind. In Samorin gab es dann noch ein paar Ecken, dann war ich wieder auf dem X-Bionic Sportgelände und bereit für den letzten Wechsel. Die Uhr für die 89 km stoppte nach 2:25:49 h. Nun noch das Rad an den richtigen Platz stellen, den nächsten Wechselbeutel von Ständer schnappen und im Zelt zum Laufen umziehen – das geht fast automatisch. Jetzt nur noch den Halbmarathon laufen, dann konnte der gemütliche Teil des Urlaubs beginnen. Allerdings waren die letzten 21 km des Rennens deutlich härter als erwartet. Mittlerweile hatte es so 30 Grad im Schatten – nur dass der auf der Laufstrecke zum größten Teil fehlte. Zuerst ging es aus der Wechselzone auf Asphalt hinaus Richtung Donaukanal. Dann zweimal 90 Grad nach rechts abbiegen und an der Wechselzone vorbeilaufen. Einen U-Turn um einen blauen Porsche GT4 und wieder ein paar hundert Meter zurück. Dann über eine Graspassage Richtung Ziel. Nun am Finisherbogen vorbei auf die Trabrennbahn. Erst nach rechts, die langgezogene Kurve wie auch immer die auf der Trabrennbahn heißt. Ein weiterer U-Turn, die Kurve zurück, dann die lange Gerade und dann die Gegenkurve. Noch ein Stück gerade aus – fast hat man einmal das Oval geschafft, aber vorher kommt schon wieder ein U-turn und es geht zu den Winter-Stallungen. Diese dann umrunden und wieder zurück. Dann noch einmal scharf links abbiegen und gleich wieder nach rechts. Hier kommt dann schon die Wechselzone und die ersten 5 km sind geschafft. Das klingt nicht nur wirr, das war es. Und zu allem Überfluss musste das viermal gelaufen werden.
Nach 1:48:15 h war der Halbmarathon geschafft. Zusammengerechnet ergab das eine Gesamtzeit von 5:01:46 h und bedeutete Rang 6 von 44 gewerteten Athleten in der AK. Damit bin ich mehr als zufrieden, schließlich hatten sich meine Konkurrenten ja auch im letzten Jahr irgendwo auf der Welt bei einem Challenge-Rennen mit mindestens einem sechsten Platz für dieses Rennen hier in Samorin qualifiziert. Bei der anschließenden Siegerehrung durfte ich als 6. mit auf die Bühne und wurde geehrt. Jetzt habe ich für nächstes Jahr wieder eine Starterlaubnis für die Championship – ob ich sie einlöse, wird sich noch zeigen.
Fotos: Sibylle Powoden, Bericht: Rainer Hoffmann, eingestellt: 07.06.2026 Michael Roth

